Die
Marionetten-
bühne Marlis

Leitgedanken

Wir wollen unserem jüngeren Publikum fantasievolle Geschichten erzählen, worin die Figuren weder gut noch böse sind, nicht gewalttätig, nicht richtend, einfach Figuren aus dem täglichen Leben und der Welt der Fantasie. Dem älteren Publikum bieten wir damit eine Stunde Befreiung von ihren Alltagsproblemen. Unsere bisherigen Inszenierungen umfassen: "Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch" nach einem Bilderbuch von Sven Nordqvist, "Hasefritz u Matten-Edi" und "Wunderfitzes Aabetüür", beides berndeutsche Geschichten von Ursula Meier-Nobs. Wir versuchen, den Stoff möglichst handlungsgerecht ins Berndeutsche zu übersetzen und zu inszenieren. Die Handlung soll fliessen, d.h. wir vermeiden Unterbrüche mit Vorhang schliessen, ausser die Geschichte bedingt dies. Wir wollen damit den Zuschauer aus seinem Alltag zu uns holen und ihn mit veränderten Gefühlen nach der Vorstellung wieder ziehen lassen.
© marionettenbuehne-marlis.ch

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Die Spielgruppe

Um eine Aufführung zu bestreiten sind 4 bis 5 SpielerInnen, 2 bis 3 HelferInnen und ein Techniker notwendig. 1993, als Startgruppe fanden sich dazu Marlis Fuhrimann, Lilian Troller, Monica Ramseier, Therese Kocher, Elisabeth und Martin Bernhard, Elsbeth Troller und Erich Affolter zusammen. Als Bühnenbildner war auch Martino Fiscalini von Anfang an dabei. Trotz verschiedener Austritte konnten wir bisher stets genügend Leute für unser Unternehmen begeistern, auch wenn eine einmonatige Tournee als Freizeitbeschäftigung alle ganz schön beansprucht. Die Aufgabenteilung im Vorfeld richtet sich nach Interessen und Fähigkeiten. Marlis Fuhrimann erschafft mit viel Einfühlungsvermögen alle Marionetten. Martino Fiscalini malt die stimmungsvollen Bühnenbilder und hilft bei den Requisiten. Erich Affolter ist für die Technik, Inszenierung, Licht, Ton und Requisiten zuständig. Lilian Troller schreibt die Bühnenfassungen der Geschichten und besorgte anfänglich auch die Engagements.

Heute sind wir ein gut eingespieltes Team mit Marlis Fuhrimann, Erich Affolter, Lilian und Markus Troller, Martino Fiscalini, Elisabeth und Martin Bernhard und Sigi und Eberhard Binder.

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Die Marionetten

Die Marionetten, Protagonisten jeder Inszenierung, werden für jedes Stück speziell von Marlis Fuhrimann geschaffen. Als Grössenordnung gilt für eine Erwachsene Person ca. 45 cm. Für den Zuschauer wirken sie während der Vorstellung aber viel grösser, da sich das Auge auf den kleinen Bühnenausschnitt konzentriert. Kopf, Hände und Schuhe werden mit einer speziellen Modelliermasse gestaltet. Die Körper sind teilweise textil, teilweise aus Holz gefertigt. Eine eindeutige Methode hat sich dabei noch nicht heraus kristallisiert. Ein besonderes Geschick fordert die Bekleidung, soll sie doch auf der Bühne gut präsentieren, d.h. den jeweiligen Charakter unterstützen, ohne die Beweglichkeit der Figur zu stark einzuschränken. Dabei muss stets ein Kompromiss gefunden werden. Die oft gestellte Frage, wie viele Fäden eine Marionette hat ist nicht verbindlich zu beantworten. Das beginnt bei 3 Fäden für einfache Figuren ohne Gelenk. Eine "normale" Person hat bei uns 10 Fäden. Die Anzahl erhöht sich entsprechend dem Anspruch an Beweglichkeit. Das Spielkreuz muss waagrecht geführt werden können, da die Spielerinnen die Figur von oben in jede Richtung führen. Somit schied das bewährte Kreuz von Dr. Bross aus, das sich besonders für die begleitende Animation der Figur eignet. Wir entschieden uns für ein "Rahmenkreuz".
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Kopieren Sie sich unsere Pläne von den Anforderungen der Bühne an mögliche Auftrittsräume:
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Die Bühne

Eine Bühnenöffnung von ca. 1,5 m Breite und 90 cm Höhe eignet sich für ein Publikum von max. 80 Personen. Eine Bühnentiefe von ca. 1 m bedingt zwei Spielpodeste. Von vorne spielen 2 Personen kniend, von hinten 2 bis 3 stehend. Die eigentliche Bühne ist auf Rollbahnen gelagert. Seitlich bauen die Helfer während des Spiels auf einem Bühnenwagen das nächste Bild auf. Dieses wird dann beim Szenenwechsel, vor den Augen der Zuschauer, langsam vor die Bühnenöffnung geschoben. Damit erhalten wir den Fluss der Geschichte.
Die ganze Bühne ist mobil und nach dem Transport in ca. 2,5 bis 3 Stunden spielbereit. Als Spielpodest brauchen wir eine Fläche von mindestens 6,5 m Breite und 4,5 m Tiefe.

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Das Spiel

Wir pflegen ausschliesslich das verdeckte Spiel mit Fadenmarionetten in einer Guckkastenbühne. Eine Spielweise, die leider immer seltener gepflegt wird. Die Animation von Marionetten über ihre Fäden ist träger und präzise Bewegungen sind schwieriger auszuführen als z.B. bei Handpuppen. Man könnte fast von einem indirekten Spiel sprechen wo die Animation über das Medium Faden eine Figur führt. Deshalb werden die Bewegungen auch ausgeprägter ausgeführt. Gepaart mit realistischen Szenenbildern und stimmungsvoller Beleuchtung glauben wir, unseren Zuschauern eine Geschichte wirkungsvoll zu erzählen. Das Spiel beginnt nach einer kurzen Musik mit einigen einleitenden Worten von Marlis Fuhrimann, welche die Zuschauer aus dem Alltag zum Ort der Handlung führt. Danach ist das Spiel mit den Figuren selbst erzählend und auch für jüngere Kinder nachvollziehbar. Da die einzelnen Figuren von verschiedenen Spielerinnen animiert werden, können die Dialoge nicht live gesprochen werden. Sie ertönen deshalb zusammen mit Geräuschen und der Musik aus Lautsprechern. Die Handlung spielt in realistischen Szenenbildern, nach Ort und Stimmung der Handlung beleuchtet.
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Die Inszenierung

Nach vielen Experimenten, eine Geschichte einzustudieren, hat sich, dank moderner Technik, eine Vorgehensweise herauskristallisiert. Am Anfang steht die Bühnenfassung des Textes von Lilian Troller unter Berücksichtigung der darstellerischen Möglichkeiten mit Marionetten. In dieser Phase entsteht bereits in den Köpfen die Inszenierung. Die Akteure (Figuren) werden charakterisiert, sie erhalten eine, für uns wie auch für den Zuschauer, nachvollziehbare Persönlichkeit. Danach wird Theater gespielt. Jedes Gruppenmitglied versucht jede Figur nach zu empfinden. Das gibt dem Regisseur Impulse für die Inszenierung. Die Arbeit setzt sich danach vielschichtig fort. Marlis Fuhrimann beginnt mit dem Bau der Marionetten. Für die Dialoge werden im Bekanntenkreis Personen gesucht, die Ihre Stimme den Figuren leihen. Hörspielähnlich werden dann die Dialoge einstudiert und auf Tonträger aufgenommen. Parallel dazu beginnt auch schon die Arbeit an Bühnenbildern und Requisiten. In den ersten Spielproben tasten wir uns an den Rhythmus der Handlung und den Darstellungs-möglichkeiten der Figuren heran. Als Vorlage dient das Textband, das laufend angepasst wird. Danach sind Geräusche und Musik zu zumischen. Jetzt beginnen erst die "richtigen" Proben in den mittlerweile weitgehend fertigen Bühnenbildern. In erster Linie gilt es, die Abläufe präzise zu trainieren und später in Detailarbeit den Figuren Ausdruck zu verleihen. Insgesamt eine lange Vorgehensweise, in der wir versuchen, das Resultat stets vorzudenken. Vom Manuskript bis zur Première benötigen wir ca. 1,5 bis 2 Jahre.

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